Fahrt nach Mutzig
 am 29.08.2005
 
 1893 beschließt der Kaiser Wilhelm II in Mutzig eine neue Festung bauen zu lassen. Die Feste Kaiser Wilhelm II sollte die Rheinebene zwischen Straßburg und Vogesen gegen französische Angriffe im Elsass sperren.

Betonierungen, Panzertürme elektrische Stromversorgung und aufgelöste Bauweise machten aus dieser Festung den Prototyp des neuen deutschen Festungssystems.

 

6500 Soldaten waren notwendig um diese riesige Feste zu verteidigen. Mit einer Gesamtfläche von 254 Hektar, 22 Fernkampfgeschützen unter Panzerschutz war sie die stärkste deutsche Festung vor dem ersten Weltkrieg. Treppen und unterirdische Hohlgänge führen den Besucher durch zahlreiche Mannschaftsräume, Küchen, eine Brunnenstube, eine Bäckerei, ein Kraftwerk, ein Lazarett usw. Der Rundgang ist ca. 2 km lang und die Innentemperatur liegt bei 14°

 

Der Rückweg bietet ein einmaliges Panorama auf Rheinebene und Vogesen und zeigt die Kampfstellung mit ihren Infantrieräume, Beobachtungsstände, Schützengräben und Panzerbatterien. Der Berg birgt in schöner Umgebung seltene Pflanzen und Insekten.

 

Die Fahrt begann morgens um 4.30 Uhr. Wir trafen uns im Rathauscafe zum Weißwurstfrühstück. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging die Fahrt um 5.30 Uhr Richtung Strassburg und weiter nach Mutzig.
 

 

In Mutzig angekommen, erwarteten sie uns schon mit Cafe und Tee. Nach ca.
1 Stunde begann dann die Führung. Diese dauerte ca. 8 Stunden!
Wir besichtigten zuerst die Ostbatterie mit 15 cm Geschützen. Danach konnte man ins innere der Batterie vordringen. Man mußte natürlich aufpassen das man in kein Loch oder Graben flog.

 
Links im Bild die Ostbatterie mit ihren 15 cm Geschützen.
 
Die Batterie bestand aus 4 Geschützen und hatte eine Feuerkraft von ca. 10 Schuß in der Minute.
Also 40 Schuß in der Minute!
Man sieht den Aufbau des Rohres. Es war damals schon Maßarbeit.

 

Das war die Kurbel für den Aufzug um die Munition in die Panzerkuppel hoch zu transportieren.

 

Danach gingen wir zu einer von drei Kasernen die auf dem Gelände stehen. Diese Bauweise gibt es nur Dreimal und diese stehen in Mutzig. Die Kasernen sind mit einem Tarnanstrich versehen, man konnte bis heute die Farben nicht nachstellen , sie sind aus Biologischen Stoffen zusammengesetzt und die Zusammensetzung ist nicht mehr nachvollziehbar.

 

Da diese eine der ersten Festung der Deutschen war die mit elektrischem Strom versorgt wurde, gab es dennoch Lüftungs- Einrichtungen die im Notfall per Hand betrieben werden konnte

 

Dies ist ein Ausschnitt der Lüftungs- und Rauchabzüge, An dem Gebäude befinden sich über 100 Abzüge dieser Art.

Die Kasernen wurden mit bis zu 1500 Mann pro Gebäude belegt. Für diese Festung wurde eine Mannschaftsstärke von 6500 Mann benötigt. Das Festungssystem erstreckt sich über eine Fläche von 254 Hektar.
Was noch zu erwähnen ist: Die Festung musste sich im Ernstfall 3 Monate selber versorgen. Das hieß, Lebensmittel, Munition und Mannschaft mussten für diese Zeit aus eigenen Reserven versorgt werden, da es damals fast 3 Monate dauerte bis die Verstärkung in Mutzig nach der Mobilmachung eintraf.
Die Besichtigung der Anlage (Ostteil) dauerte ca. 8 Std.
Es ist zu erwähnen dass die Festungsanlage in der heutigen Zeit ein Sperrgebiet ist.